Von Chemnitz bis Chile: Bildungsforschung auf drei Kontinenten

Sandy Taut
Sandy Taut

Was macht eigentlich die Arbeit von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern im internationalen Vergleich aus? Eine gute Ansprechpartnerin für diese Frage ist Professorin Dr. Sandy Taut. Die gebürtige Chemnitzerin studierte zunächst in Köln, wurde dann in den USA in Erziehungswissenschaft promoviert und arbeitet inzwischen seit neun Jahren in Chile, wo sie in der Hauptstadt Santiago Professorin am Zentrum für Bildungsmessung der „Pontificia Universidad Católica de Chile“ ist. Im Rahmen eines längeren Forschungsaufenthaltes in Deutschland war die Bildungsforscherin vor Kurzem zu Gast am DIPF. Im Kurzinterview erzählt sie ein wenig von ihren internationalen Erfahrungen.

Frage: „Arbeiten Forscherinnen und Forscher in Chile, Deutschland und den USA eigentlich unterschiedlich?“

Taut: „Das wissenschaftliche Arbeiten selbst unterscheidet sich sehr wenig. Sehr gute Forschung ist gleich anspruchsvoll, ob ich nun in Chile, Deutschland oder in den USA arbeite. Und überall ist sie — zumindest in unserem Fachbereich — möglich. Die Rahmenbedingungen sind sicherlich in den einzelnen Ländern unterschiedlich, aber da gibt es ja auch innerhalb jedes Landes enorme Unterschiede, je nachdem, an welcher Institution und in welcher Position ich Forschung betreibe.“

Frage: „Wie sind die Bedingungen hierfür in Chile?“

Taut: „Chile bietet in dieser Hinsicht insgesamt eher gute Rahmenbedingungen, und dies gilt besonders für meine Universität — einer Forschungsuniversität, welche in Lateinamerika in den Rankings konsistent unter den Top Drei landet. Chile hat längst erkannt, dass es in Forschung investieren muss, um sein Ziel, in wenigen Jahrzehnten zur entwickelten Welt zu gehören, zu erreichen. Und Bildungsfragen stehen gesellschaftlich ganz weit oben auf der Tagesordnung.“

Frage: „Macht sich das für Sie als Bildungsforscherin auch persönlich bemerkbar?“

Taut: „Man hat in Chile vielleicht mehr als in Deutschland als Bildungsforscherin das Gefühl, direkt zur gesellschaftlichen Entwicklung beitragen zu können; auch, weil es insgesamt eben doch immer noch weniger Forschungskapazität gibt, sodass jede einzelne Forscherin beziehungsweise jeder einzelne Forscher mehr zählt.“

Das kommende Institutsmagazin DIPF informiert Nr. 22, das im Oktober erscheint, enthält einen ausführlichen Bericht über die Forschungsarbeit von Sandy Taut während ihres Gastaufenthaltes in Deutschland. (ps)

Interessante Links zu Chile und seinem Bildungssystem haben auch unsere Kolleginnen und Kollegen vom Deutschen Bildungsserver in ihrem Portal Bildung weltweit zusammengetragen.

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