So entsteht die Bestandsaufnahme des deutschen Bildungswesens

Kuehne (2)
Dr. Stefan Kühne ist wissenschaftlicher Koordinator der nationalen Bildungsberichterstattung.

Im Juni erscheint die aktuelle Ausgabe des alle zwei Jahre veröffentlichten nationalen Bildungsberichts. Welche Arbeit in dem Werk steckt und wer alles daran beteiligt ist, darüber berichtet hier DIPF-Mitarbeiter Dr. Stefan Kühne, der wissenschaftliche Koordinator der nationalen Bildungsberichterstattung.

Zum Hintergrund: Der Bericht liefert regelmäßig eine fundierte Bestandsaufnahme des gesamten Bildungswesens mit all seinen Bereichen – von der Kita bis zur Weiterbildung. Zusätzlich beleuchtet der von der Kultusministerkonferenz und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Bericht jedes Mal einen wechselnden Schwerpunkt. 2014 war das die Bildung von Menschen mit Behinderungen und in der neuen Ausgabe geht es im Schwerpunktkapitel um das Thema „Bildung und Migration“. Insgesamt erstrecken sich die Texte, Grafiken und Tabellen, die sich auf aktuelle und repräsentative Daten der amtlichen Statistik oder aus großen Erhebungen der empirischen Bildungs- und Sozialforschung beziehen, auf mehr als 300 Seiten. Stefan Kühne erläutert das Zustandekommen:

„Die nationalen Bildungsberichte entstehen jedes Mal in Zusammenarbeit zahlreicher Personen und Institutionen. Die maßgebliche Verantwortung trägt eine Autorengruppe, die sich aus leitenden Personen vom DIPF, dem Deutschen Jugendinstitut, dem Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung, dem Soziologischen Forschungsinstitut an der Universität Göttingen sowie den Statistischen Ämtern des Bundes und der Länder zusammensetzt – mit dem DIPF als federführendem und koordinierendem Institut. Diese Gruppe vereint ganz unterschiedliche Forschungsdisziplinen und Berufsfelder, von der Erziehungswissenschaft über die Soziologie und die Psychologie bis hin zum Bildungsrecht und zur Bildungsstatistik. Ihre Mitglieder werden jeweils von ein bis zwei wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus ihren Institutionen unterstützt. Zudem erfolgt eine punktuelle Beratung mit anderen Personen aus den beteiligten Institutionen sowie aus weiteren Einrichtungen, um möglichst aktuelle Daten einbeziehen zu können. Insgesamt sind gut 100 Personen an der Erstellung beteiligt.

„Insgesamt gut 100 Personen beteiligt“

Wenngleich die Autorengruppe letzten Endes den Bildungsbericht von A bis Z gemeinsam verantwortet, sind zunächst die einzelnen vertretenen Einrichtungen für bestimmte Kapitel oder Abschnitte des Buches zuständig. Das DIPF verantwortet zum Beispiel seit jeher die Konzeption, Datenanalyse und Textproduktion für das Kapitel zur allgemeinbildenden Schule. Der Arbeitsprozess eines Zwei-Jahres-Berichtszyklus beginnt zunächst mit einem Austausch über konzeptionelle Ideen und Leitfragen des nächsten Berichts vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen. Dem schließt sich die Abstimmung und Auswahl geeigneter Indikatoren für die in den in Kapiteln dargestellten Bildungsentwicklungen an. Die operative Umsetzung, womit die Datenbeschaffung und -analyse gemeint ist, erfolgt dann durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Einrichtungen, die sich als Arbeitsgruppe zusammenschließen. Bis zur Abgabe des Gesamtberichtes stimmen sich alle regelmäßig ab. Jeden Monat gibt es hierzu eine gemeinsame, ein- bis zweitägige Sitzung – entweder von der Autoren- oder der Arbeitsgruppe.

In dieser Zeit laufen bei uns von der Koordination letztlich alle Fäden zusammen. Das DIPF muss einerseits den Überblick über alle Prozesse wahren und dafür Sorge tragen, dass aus vielen unterschiedlichen Textentwürfen ein runder Bericht wird, den die gesamte Autorengruppe mitträgt. Und nicht nur intern müssen wir Koordinationsaufgaben wahrnehmen. Denn die Berichtserstellung wird von einer Steuerungsgruppe – mit Vertreterinnen und Vertretern von Bund und Ländern – und deren Wissenschaftlichem Beirat begleitet. Gegenüber dieser Steuerungsgruppe müssen die Autorinnen und Autoren den Fortgang der Arbeiten in mehreren Zwischenberichten dokumentieren und sich anschließend mit ihr darüber austauschen.

„Eng getakteter Zeitplan“

Zwei Jahre mögen auf den ersten Blick als lange Zeit für die Erstellung eines Buches erscheinen, aber angesichts der vielen notwendigen Treffen und Beratungen ist unser Zeitplan eng getaktet. Denn natürlich haben die Mitglieder der Autorengruppe sowieso schon volle Terminkalender und wir müssen ja auch berücksichtigen, wann neue Daten und Studien, die in den Bildungsbericht Eingang finden sollen, erscheinen. Da hilft nur ein gut strukturierter Projektfahrplan, insbesondere die sehr frühzeitige Festlegung von gemeinsamen Terminen. Und bisher hat die Autorengruppe noch jeden Bericht fristgerecht vorgelegt.“ (ps)

Mehr Details zum Entstehen des Bildungsberichts erfahren Sie in einem längeren Bericht in der aktuellen Ausgabe unseres Institutsmagazins DIPF informiert. Die Ausgabe legt dar, was durch Kooperationen in Bildungsforschung und -information möglich wird.

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