Martin Luther, Pionier der modernen Pädagogik?

Luther im Kreise seiner Familie

Im Reformationsjahr 2017 begegnet er uns überall: Martin Luther. Die evangelische Kirche feiert das 500. Jubiläum der Veröffentlichung seiner 95 Thesen, zahlreiche Prominente – von Jürgen Klopp bis Gundula Gause – engagieren sich als „Reformbotschafter/-innen“ und über die Bedeutung des einflussreichen Reformators auf unser heutiges Leben wird rege diskutiert. Auch die historische Bildungsforschung hat anlässlich des Jubiläums den Einfluss Martin Luthers und der Reformation auf die Schul- und Erziehungsgeschichte in den Blick genommen. Die spannende Frage: War Martin Luther ein Vorkämpfer von Aufklärung und Modernisierung im Schulwesen? Dr. Joachim Scholz, Leiter des Forschungsbereichs in der Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung (BBF) am DIPF, hat sich den Stand der Forschung für einen Gastbeitrag im DIPFblog genau angeschaut.

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Entwicklungsverläufe von Kindern verstehen – Bildungsforschung am Frankfurter IDeA-Zentrum

Dr. Ulrike Hartmann
Foto: Andrea Herzog

Dr. Ulrike Hartmann ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Bildungsforschung in der School of Education der Bergischen Universität Wuppertal. Bis 2016 hat sie am DIPF die Koordination des IDeA-Zentrums geleitet. Das Center for Research on Individual Development and Adaptive Education of Children at Risk ist ein interdisziplinäres wissenschaftliches Zentrum zur Erforschung der Lernprozesse von Kindern, deren Bildungserfolg gefährdet ist. Ziel ist es, die Erkenntnisse zu generieren, die zur Verbesserung individueller Lernchancen beitragen können. Nun ist ein Sammelband mit den Ergebnissen ausgewählter Forschungsprojekte aus den ersten sechs Jahren des IDeA-Zentrums im Kohlhammer Verlag erschienen. Im Interview erläutert Mitherausgeberin Hartmann die Zielsetzung von IDeA, gibt einen Vorgeschmack auf die Inhalte des Buches und verrät uns, wie lange es dauert, bis aus den Beiträgen von über 60 Personen ein Sammelband wird.

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„Rising awareness for the importance of critical reading“

Professor Dominique Lafontaine is an associate and regular visitor to DIPF. Since a sabbatical in 2012, the expert for reading literacy, comparative studies, teaching and learning processes, quantitative methods, development of cognitive and non-cognitive instruments has kept close ties with the institute. During a stay in Frankfurt earlier this year, she talked to dipfblog.com about the cooperation of her research center – the aSPe (Analysis of Systems and Practices in Education) – and the German PISA team at DIPF.

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Dominique Lafontaine is currently president of the Department Education and Training and of the research unit Evaluation and quality in education (EQUALE) at Université de Liège. She has been involved in several large-scale assessment programs, both at a national and international level – among them PISA.

Question: “What is your relation with DIPF? How did you get in contact?”

Lafontaine: “In 2012, I made a sabbatical six months stay at DIPF. I had met Eckhard Klieme a couple of times in PISA and EARLI biannual meetings, and I appreciated a lot his expertise about comparative international studies. During my stay, I was mainly involved in the PISA 2015 contextual questionnaires development, collaborating with Nina Jude, Susanne Kuger, Sonja Bayer and Svenja Vieluf. I was also involved in different activities such as the PHDipf Academy, the DFG research group… It was very fruitful to discover the DIPF – this famous research center, and to notice the amount of permanent resources dedicated to research in education in Germany.  Obviously, I had some goals for my research stay, but the benefits were beyond my expectations. The main and unexpected benefit was reminding me the importance of theoretical foundations. I had been involved in international studies since the early nineties as a national project manager in IEA studies and then in PISA, I was also a member of the PISA reading expert group since the beginning of PISA 2000, so I had a long experience in the development of questionnaires. At DIPF, I learned how paramount it is to be rigorous at the conceptual level, how to articulate constructs and empirical data, and became more aware about methodological issues such as response styles and cross-cultural biases. In addition, before coming at DIPF, I did not know that one of Klieme’s main interests was teaching processes, which is also a subject I teach at the Université de Liège. I also observed how Professor Klieme supervises and supports the researchers and especially the Ph-D students. I was really impressed by his capacity to support the scholars‘ own thinking and development, and I learned from him. After six months, I felt quite a strong sense of belonging to the DIPF, and beyond professional relationships, I have some strong bonds of friendships with several people here. Individual collaborations are still going on (joint communications and papers), and I am still involved in some activities such as the PHDipf-academy. I am an associate partner of the DIPF. In 2014, Professor Klieme was made docteur Honoris causa of University of Liège, so the links are strong and in both directions.”

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„Individuelle Förderung – am besten den ganzen Tag lang“

Monika mattes
Dr. Monika Mattes

FRAGEN AN Warum es diese Einsicht in Deutschland schwer hatte, der Westen des Landes über Jahrzehnte international einen Sonderweg gegangen ist und wie diese Entwicklung im Ost-West-Konflikt begründet liegt, erklärt die DIPF-Bildungshistorikerin Dr. Monika Mattes im Interview.

Frage: „Ein Konsortium aus Wissenschaftlern, an dem auch Kolleginnen und Kollegen vom DIPF beteiligt sind, legt dieser Tage neue Ergebnisse der StEG-Studie vor. Sie selbst haben Jahre lang zur Ganztagsschule an einer eigenen Studie geforscht – aus einer historischen Perspektive. Wo steht die Entwicklung, wenn man den historischen Abgleich betrachtet?“

Mattes: „Ich würde aktuell von einer Reformphase sprechen, die mit dem Investitionsprogramm der rot-grünen Regierung 2003 zum Ausbau von Ganztagsschulen begonnen hat – auch in Reaktion auf das schlechte Abschneiden Deutschlands in der ersten PISA-Studie 2000. Das 4 Milliarden-Investitionsprogramm markiert eine Weichenstellung für mehr Ganztagsschulen und eine deutliche Abkehr von der bisherigen westdeutschen Tradition als Halbtagsschulland.“

Frage: „Liegt in dieser Tradition auch die erschwerte Einführung der Ganztagsschule in Deutschland begründet?“

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Westdeutsches Schreckensbild: Kinder in einem Hort im Kreis Weimar 1989. Inder DDR war die Kombination aus Halbtagsschule und Schulhort die Regel. Foto: Hirndorf

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Lust auf Argentinien?

Was passiert eigentlich in der Bildungsforschung in Argentinien? Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des 25. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft werden am kommenden Wochenende einen Einblick erhalten – denn das erste Mal in der Geschichte der Tagung gibt es ein Gastland. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem südamerikanischen Staat präsentieren ihre Arbeit in Vorträgen und Workshops.

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Link zum Dossier

Das große Bild – mit welchen Themen sich die Bildungsforschung in Argentinien befasst, welche Institutionen und Organisationen das Feld bestimmen – zeichnet ein Dossier von DIPF-Mitarbeiterin Nadia Cohen mit wichtigen Links und Kontakten, Themen und Trends für Forschende. Die Redakteurin betreut am Informationszentrum Bildung das Portal „Bildung Weltweit“ und erklärt, worauf sie bei der Recherche, Systematisierung und Aufbereitung geachtet hat:

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Ganztagsschule: Auf dem Weg zu einem repräsentativen Überblick

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Dr. Jasmin Decristan ist Habilitandin am DIPF und forscht im Bereich Unterricht und Schule.

DREI FRAGEN AN Dr. Jasmin Decristan, DIPF-Koordinatorin der von vier wissenschaftlichen Einrichtungen verantworteten Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen(StEG). Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben im Frühjahr 2015 mehr als 1.500 Leiterinnen und Leiter von Ganztagsschulen online befragt. Im Februar sollen die Ergebnisse als repräsentatives Abbild der Ganztagsschullandschaft veröffentlicht werden.

Frage: „Was ist das Ziel der Online-Schulleitungsbefragung?“

Decristan: „Eine der Aufgaben von StEG ist es, möglichst umfassend über den aktuellen Stand des Ausbaus und der Gestaltung von Ganztagsschulen zu informieren. In den vergangenen zehn Jahren hat es einen rasanten Auf- und Ausbau von Ganztagsschulen in Deutschland gegeben. Nach Statistiken der Kulturministerkonferenz gab es 2013 bereits mehr als 16.000 öffentliche und private Ganztagsschulen. Das ist ein Anteil von 59 Prozent aller Schulen. Diese Zahlen können wir mit der Schulleitungsbefragung um inhaltliche Punkte erweitern. Diese Art von Erhebung hatten wir 2012 schon einmal durchgeführt, so dass wir nun auch Entwicklungen im Trend aufzeigen können. Weiterlesen

Welcome at DIPF, David Kaplan!

He is working towards rendering a 200-year old idea serviceable to educational research, became a methodologist almost by accident and is now our guest at DIPF. In an interview with DIPFblog, Professor Ph.D. David Kaplan from the University of Wisconsin-Madison, a specialist in applied statistics for educational research, talks about his life as a Humboldt fellow in Germany, different ways of working, and Bayesian statistics.

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Was uns statistische Zwillinge über das Wohlbefinden von Schulkindern erzählen

Foto: Ermolaev Alexandr – fotolia

Scheinbar einfache Fragen – und komplexe Antworten. So ist es in der Wissenschaft häufig. Warum? Wir haben Bildungsforscher Dr. Marko Neumann von unserer Abteilung Struktur und Steuerung des Bildungswesens gebeten, uns anhand eines Beispiels zu erklären, wie ein Autorenteam folgende Frage wissenschaftlich beantwortet:

Hat die besuchte Schulform einen Einfluss auf das Wohlbefinden von Schulkindern nach dem Übertritt von der Grundschule?

Neumann: „Wir sind im Rahmen eines Dissertationsprojektes der Frage nachgegangen, ob die besuchte Schulform einen Einfluss auf das Wohlbefinden von Schulkindern hat. Eigentlich eine leicht zu beantwortende Frage, wie man meinen könnte. Aber: Wenn sich Kinder an einer bestimmten Schulform, also zum Beispiel an einem Gymnasium oder einer Gesamtschule, nach dem Übergang mehr oder weniger wohl fühlen – liegt das dann tatsächlich an der Schulform? Oder lassen sich Unterschiede im Wohlbefinden eher durch Merkmale der Kinder selbst erklären? Das wären z.B. ihr Wohlbefinden oder ihre schulischen Leistungen vor dem Übergang oder ihre familiärer Hintergrund. Noch komplexer wird die Sache, wenn man bedenkt, dass es nicht ganz leicht ist festzulegen, was ‚Wohlbefinden‘ eigentlich ist und wie man es ‚messen‘ kann. Entsprechend wichtig ist es, die Frage mit den geeigneten wissenschaftlichen Methoden zu untersuchen und sich kritisch mit den erzielten Erkenntnissen auseinanderzusetzen, um keine voreiligen Schlüsse zu ziehen.

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Eine wissenschaftliche Begleitung „betritt Neuland“

DREI FRAGEN AN Dr. Marko Neumann und Susanne Böse, Forschende am DIPF. Sie gehören unter anderem zu dem Institutsteam, das das Berliner Bonus-Programm wissenschaftlich begleitet. Mit dem Programm will das Land Berlin Schulen in besonders schwieriger sozialer Lage mit zusätzlichen finanziellen Mitteln helfen, ihre Schülerinnen und Schüler besser zu fördern. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des DIPF schauen sich diese Initiative genauer an.

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Marko Neumann und Susanne Böse

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„Dyslexic readers face different challenges in reading of different orthographies“

Dr. Irit Bar-Kochva is a scholarship holder at DIPF.
Dr. Irit Bar-Kochva is a scholarship holder at DIPF.

THREE QUESTIONS TO Irit Bar-Kochva, scholarship holder at DIPF, researches the development of successful learning and specifically lexical intervention in reading. In our interview, she explains why German and Spanish children learn reading very fast compared to English pupils and how readers who struggle with dyslexia might be helped.

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