Qualität in der Ganztagsschule: Wie Wissenschaft und Praxis zusammenarbeiten

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Hausaufgabenbetreuung und Lernzeiten spielen in der Ganztagsschulentwicklung eine wichtige Rolle. Foto: pictworks / Fotolia

Nach dem „PISA-Schock“ im Jahr 2000 rückte der Auf- und Ausbau schulischer Ganztagsangebote in Deutschland in das Blickfeld der Bildungspolitik. Die ergriffenen Maßnahmen werden in der öffentlichen Diskussion immer wieder unter die Lupe genommen und auch die Bildungsforschung befasst sich verschiedentlich mit der pädagogischen Qualität an Ganztagsschulen. Seit 2005 begleitet die Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen (StEG) die Entwicklungen wissenschaftlich. Im Rahmen der Studie werden unter anderem regelmäßig die Schulleitungen von Ganztagsschulen in ganz Deutschland befragt und Untersuchungen zur Qualität, zu den Wirkungen und zu den Fördermöglichkeiten von Ganztagsangeboten durchgeführt. Aktuell befassen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) und der Universität Kassel  im Teilprojekt StEG-Tandem mit der Konzeption und Evaluation von Schulentwicklungsmaßnahmen zur Gestaltung von Lern- und Übungszeiten an Ganztagsschulen. Katrin Heyl und Prof. Dr. Natalie Fischer von der Universität Kassel skizzieren, wie das Projekt dabei hilft, kooperative Strukturen bei der Hausaufgabenbetreuung und in den Lernzeiten einzuführen. Weiterlesen

Martin Luther, Pionier der modernen Pädagogik?

Luther im Kreise seiner Familie

Im Reformationsjahr 2017 begegnet er uns überall: Martin Luther. Die evangelische Kirche feiert das 500. Jubiläum der Veröffentlichung seiner 95 Thesen, zahlreiche Prominente – von Jürgen Klopp bis Gundula Gause – engagieren sich als „Reformbotschafter/-innen“ und über die Bedeutung des einflussreichen Reformators auf unser heutiges Leben wird rege diskutiert. Auch die historische Bildungsforschung hat anlässlich des Jubiläums den Einfluss Martin Luthers und der Reformation auf die Schul- und Erziehungsgeschichte in den Blick genommen. Die spannende Frage: War Martin Luther ein Vorkämpfer von Aufklärung und Modernisierung im Schulwesen? Dr. Joachim Scholz, Leiter des Forschungsbereichs in der Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung (BBF) am DIPF, hat sich den Stand der Forschung für einen Gastbeitrag im DIPFblog genau angeschaut.

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Bildung und Migration: Schritte in die richtige Richtung, denen weitere folgen müssen

In einem neuen Beitrag unserer Blog-Serie über die Ergebnisse des aktuellen nationalen Bildungsberichts liegt das Augenmerk auf dem Schwerpunktthema des Berichts: Bildung und Migration. Professor Dr. Kai Maaz und Dr. Daniela Jäger-Biela vom DIPF geben einen detaillierten Überblick über die Entwicklung in diesem Bereich in den vergangenen Jahren und weiterhin bestehende Herausforderungen:

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2013 hatte ein Fünftel der Bevölkerung in Deutschland einen Migrationshintergrund. Foto: Fotolia.com – Robert Kneschke

„Das Verhältnis von Migration und Bildung ist für die Bundesrepublik seit je her von großer Bedeutung. Noch bevor es zu den aktuellen Wanderungsbewegungen kam, hatte 2013 bereits ein Fünftel der Bevölkerung hierzulande einen Migrationshintergrund (siehe *Stichwort Migrationshintergrund). Und bezogen auf die besonders bildungsrelevanten Altersgruppen liegt bundesweit der Anteil der unter 10-Jährigen mit 35 Prozent und der 10- bis unter 20-Jährigen mit zirka 30 Prozent noch einmal deutlich höher. Das Schwerpunktkapitel des aktuellen Bildungsberichts setzt sich intensiv mit dieser Thematik auseinander und nimmt dabei folgende zentrale Fragen in den Blick: Wie ist Integration im letzten Jahrzehnt in den Bildungsbereichen verlaufen, welche Herausforderungen bleiben und welche Ergebnisse, die Disparitäten erklären könnten, liegen bisher vor? Der folgende Beitrag gibt hierzu einen Überblick.

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Was uns statistische Zwillinge über das Wohlbefinden von Schulkindern erzählen

Foto: Ermolaev Alexandr – fotolia

Scheinbar einfache Fragen – und komplexe Antworten. So ist es in der Wissenschaft häufig. Warum? Wir haben Bildungsforscher Dr. Marko Neumann von unserer Abteilung Struktur und Steuerung des Bildungswesens gebeten, uns anhand eines Beispiels zu erklären, wie ein Autorenteam folgende Frage wissenschaftlich beantwortet:

Hat die besuchte Schulform einen Einfluss auf das Wohlbefinden von Schulkindern nach dem Übertritt von der Grundschule?

Neumann: „Wir sind im Rahmen eines Dissertationsprojektes der Frage nachgegangen, ob die besuchte Schulform einen Einfluss auf das Wohlbefinden von Schulkindern hat. Eigentlich eine leicht zu beantwortende Frage, wie man meinen könnte. Aber: Wenn sich Kinder an einer bestimmten Schulform, also zum Beispiel an einem Gymnasium oder einer Gesamtschule, nach dem Übergang mehr oder weniger wohl fühlen – liegt das dann tatsächlich an der Schulform? Oder lassen sich Unterschiede im Wohlbefinden eher durch Merkmale der Kinder selbst erklären? Das wären z.B. ihr Wohlbefinden oder ihre schulischen Leistungen vor dem Übergang oder ihre familiärer Hintergrund. Noch komplexer wird die Sache, wenn man bedenkt, dass es nicht ganz leicht ist festzulegen, was ‚Wohlbefinden‘ eigentlich ist und wie man es ‚messen‘ kann. Entsprechend wichtig ist es, die Frage mit den geeigneten wissenschaftlichen Methoden zu untersuchen und sich kritisch mit den erzielten Erkenntnissen auseinanderzusetzen, um keine voreiligen Schlüsse zu ziehen.

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On Education and Participation

Prof. Dr. Marcus Hasselhorn is the Executive Director of the German Institute for International Educational Reseach.
Prof. Dr. Marcus Hasselhorn is the Executive Director of the German Institute for International Educational Reseach.

What does this growing multiculturalism imply for the future of countries in Europe? „Education is at least one of the most powerful tools for successful integration and participation“ says Professor Marcus Hasselhorn, who spoke in front of the Arraiolos Group, which includes all non-executive heads of state of the EU. The speech on education and participation, held on September 22, in exact wording:

„Populations in most European countries are increasingly multicultural – though to a different extent. In 2012, for example, more than 12 percent of the people living in Europe had not been born in their country of residence. The current flow of refugees has now probably led to a far higher ratio.

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„Wissensproduktion muss wirken“

Christoph Schindler (2. von links) und Professor Rockwell bei der
Christoph Schindler (2. von links) und Professor Rockwell bei der „Around the World“-Konferenz in Kanada. Foto: Trevor Chow-Fraser, University of Alberta

Die Digitalisierung sämtlicher Gesellschaftsbereiche macht auch vor der Wissenschaft nicht halt und verändert das wissenschaftliche Arbeiten. Einer der DIPF-Mitarbeiter, der sich federführend damit befasst, was diese Entwicklung für die Bildungsforschung und ihre Wirkung bedeutet, ist Dr. Christoph Schindler, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Informationszentrum Bildung des DIPF und Koordinator des Projektes Centrum für Digitale Forschung in den Geistes-, Sozial- und Bildungswissenschaften (CEDIFOR) und des Bereichs eHumanities am IZB. Über die Leibniz-Gemeinschaft wurde die University of Alberta in Edmonton (Kanada) auf Schindler aufmerksam und lud ihn nach Nordamerika ein, wo er als deutscher Experte für Digital Humanities an zwei wissenschaftlichen Konferenzen teilnahm und am Lehrstuhl von Professor Geoffrey Rockwell Kontakte und neue Impulse sammeln konnte. Hier im DIPFblog berichtet er davon:

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Warum wir PISA brauchen

Leibniz-Titelbild
Das Leibniz-Journal mit dem Schwerpunktthema Bildung

Es geht wieder los: Derzeit besuchen eigens geschulte Tester bis Mitte Juni bundesweit über 2000 Schulen – um Testergebnisse für die PISA-Studie zu sammeln. Im aktuellen Leibniz-Journal mit dem Schwerpunktthema Bildung äußert sich Professor Dr. Eckhard Klieme zu der Frage, warum wir PISA brauchen.

„Jeder PISA-Durchgang beschert mir komplizierte Verhandlungen in Expertenrunden und politischen Gremien, eine Flut von E-Mails und Telefonkonferenzen sowie Meetings in der ganzen Welt. Ich bereue es aber nicht, an der Studie mitzuarbeiten. Sie ist für mich ein Instrument der Aufklärung, das uns viel über die Probleme unseres Bildungssystems verrät und zu mehr Ehrlichkeit und Transparenz beiträgt. PISA hat einiges in Gang gebracht, ich denke da an Themen wie Migration, soziale Gerechtigkeit oder die Qualität des Unterrichts. Außerdem liefert die Studie eine einzigartige Datenbasis für die Schulforschung. Ich glaube, dass ihr Potenzial lange nicht ausgeschöpft ist. Auch wenn PISA für manche nur ‚diese Rankingliste‘ ist. Weiterlesen