Wenn Kinder wegweisende Lernfortschritte machen …

Huschka, Brandenburg, Ehm
Dr. Jan-Henning Ehm gehört im DIPF-Arbeitsbereich „Entwicklung erfolgreichen Lernens“ zum Leitungsteam von mehreren Forschungsprojekten zum Thema früher Bildung.

Dr. Jan-Henning Ehm ist Bildungsforscher und Habilitand am Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF). Mit seiner Arbeit an Wie Kinder zwischen vier und acht Jahren lernen – Psychologische Erkenntnisse und Konsequenzen für die Praxis beteiligte er sich zum ersten Mal federführend an einem wissenschaftlichen Buchprojekt. Wir sprachen mit Dr. Ehm über die Lernmotivation von Kindern im Vorschulalter, verschiedene Ansätze zur Förderung ihrer Schulfähigkeit beim Übergang vom Kindergarten in die Grundschule und über seine Mitarbeit als Erstautor an dem pädagogisch-psychologischen Lehrwerk.

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Hoffnungsträger Kita & Co

Im neuesten Teil unserer Blog-Serie zu den Ergebnissen des aktuellen nationalen Bildungsberichts werfen mit Prof. Dr. Thomas Rauschenbach, Mariana Grgic und Christiane Meiner-Teubner Forscherinnen und Forscher des Deutschen Jugendinstituts (DJI) einen Blick auf die Lage im frühkindlichen Bildungs- und Betreuungsbereich – auf erfüllte oder enttäuschte Erwartungen, auf genutzte Chancen und weiter bestehende Herausforderungen:

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Die Anzahl der Plätze in frühkindlichen Bildungs- und Betreuungseinrichtungen ist allein von 2013 bis 2015 um 100.000 Stück gestiegen.  Foto: Lucélia Ribeiro

„Gesellschaftliche Reformen sind stets begleitet von Hoffnungen und Sorgen. Das Feld der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung bildet da keine Ausnahme: Der Ausbau der Kindertagesbetreuung im vergangenen Jahrzehnt war immer auch geprägt von einer Mischung aus Zuversicht und Skepsis – bei Verantwortlichen, Betroffenen sowie Beobachterinnen und Beobachtern. So erwarteten manche Beteiligte, dass sich die Vereinbarkeit von Beruf und Familie durch die Schaffung einer ausreichenden Zahl an Plätzen im frühkindlichen Bildungsbereich verbessern sowie – damit verbunden – die Erwerbstätigkeit von Frauen steigen werde. Betont wurde auch immer wieder, dass ein früher Einstieg in die Kindertagesbetreuung die Bildungschancen von Kindern aus benachteiligten Familien erhöhen werde. Demgegenüber warnten Skeptikerinnen und Skeptiker vor einem dramatischen Bedeutungsverlust der Familie für Kinder. Im Folgenden soll deshalb eine kurze Bilanz gezogen werden: Welche in den Ausbau der frühkindlichen Bildungsangebote gesetzten Hoffnungen haben sich erfüllt, welche nicht? Welche Befürchtungen wurden von der Realität bestätigt, welche nicht? Dabei zeichnet der Beitrag vier ausgewählte Entwicklungstendenzen nach.

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„Individuelle Förderung – am besten den ganzen Tag lang“

Monika mattes
Dr. Monika Mattes

FRAGEN AN Warum es diese Einsicht in Deutschland schwer hatte, der Westen des Landes über Jahrzehnte international einen Sonderweg gegangen ist und wie diese Entwicklung im Ost-West-Konflikt begründet liegt, erklärt die DIPF-Bildungshistorikerin Dr. Monika Mattes im Interview.

Frage: „Ein Konsortium aus Wissenschaftlern, an dem auch Kolleginnen und Kollegen vom DIPF beteiligt sind, legt dieser Tage neue Ergebnisse der StEG-Studie vor. Sie selbst haben Jahre lang zur Ganztagsschule an einer eigenen Studie geforscht – aus einer historischen Perspektive. Wo steht die Entwicklung, wenn man den historischen Abgleich betrachtet?“

Mattes: „Ich würde aktuell von einer Reformphase sprechen, die mit dem Investitionsprogramm der rot-grünen Regierung 2003 zum Ausbau von Ganztagsschulen begonnen hat – auch in Reaktion auf das schlechte Abschneiden Deutschlands in der ersten PISA-Studie 2000. Das 4 Milliarden-Investitionsprogramm markiert eine Weichenstellung für mehr Ganztagsschulen und eine deutliche Abkehr von der bisherigen westdeutschen Tradition als Halbtagsschulland.“

Frage: „Liegt in dieser Tradition auch die erschwerte Einführung der Ganztagsschule in Deutschland begründet?“

Kramsdorf, Krippenkinder beim Essen
Westdeutsches Schreckensbild: Kinder in einem Hort im Kreis Weimar 1989. Inder DDR war die Kombination aus Halbtagsschule und Schulhort die Regel. Foto: Hirndorf

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Bachelorarbeit am DIPF: Eine achtsame Entscheidung

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Jens-Steffen Scherer hat ein halbes Jahr am DIPF gearbeitet und hier seine Bachelorarbeit geschrieben.

WEGE IN DIE WISSENSCHAFT Jens-Steffen Scherer schließt gerade in Mannheim seinen Bachelor in Psychologie ab. Seine Bachelorarbeit hat der 23-Jährige als Praktikant am IDeA-Zentrum des DIPF geschrieben. Dem DIPFblog erklärt er, wie es dazu kam:

„Während meines Studiums habe ich festgestellt, dass ich mich für individuelle Lernvoraussetzungen und Bildungsfragen interessiere. Bei einer Internetrecherche gegen Ende meines Studiums bin ich auf das DIPF gestoßen und habe mich initiativ für ein Praktikum bei der Abteilung Bildung und Entwicklung beworben. Da mir bei meiner Abschlussarbeit wichtig war, einer eigenen Forschungsfrage nachzugehen, hat sich das Naheliegende ergeben: Ich konnte diese Arbeit am DIPF schreiben und eine Achtsamkeitsstudie durchführen.

Es hat wirklich alles gepasst: der Zeitpunkt, die Betreuung durch Sven Lindberg und die Forschungsumgebung. Dafür bin ich extra von Mannheim nach Frankfurt gezogen und habe insgesamt ein halbes Jahr am DIPF gearbeitet. Während der Interventionsphase meiner Studie haben ich und mein Team zwei Wochen lang täglich für 15 Minuten an einer Gesamtschule in Frankfurt Kurzzeit-Trainings zur Steigerung der Achtsamkeit mit den Schülerinnen und Schülern gemacht und anschließend evaluiert. Achtsamkeit ist eine besondere Form der Aufmerksamkeit, bei der es darum geht, den gegenwärtigen Moment wahrzunehmen, ohne ihn zu bewerten. Achtsamkeit in Schulen zu implementieren erscheint besonders vielversprechend, weil viele Auswirkungen mit dem Lernerfolg der Schülerinnen und Schüler zusammenhängen. Meine Ergebnisse weisen darauf hin, dass für den Erfolg die Motivation der Kinder vorhanden sein muss. Außerdem liegt die Vermutung nahe, dass sich positive Effekte erst längerfristig einstellen.

Als nächstes werde ich nun von Neuseeland aus durch Südostasien reisen und bewusst einen Schritt zurücktreten, um aus einem anderen Blickwinkel neue Pläne schmieden. Momente zur Achtsamkeit – oder ‚mindfulness‘, wie es präziser auf  Englisch heißt – werden dabei sicherlich auch entscheidend sein.“

Neben der theoretischen Ausbildung an den Hochschulen sind Praktika für Studierende wichtig, um eine Brücke zwischen Theorie und Praxis zu schlagen. Durch ein Praktikum am DIPF (max. sechs Monate) können sich Studierende der Pädagogik, Soziologie und Psychologie oder Studierende aus den Bereichen Informations- und Kommunikationswissenschaften, Dokumentations- oder Bibliothekswesen durch Mitarbeit an Projekten oder im Tagesgeschäft effizient und wirklichkeitsnah auf das Berufsleben vorbereiten.

Anfragen nach einer Praktikumsstelle können an die in Projekten angegebenen Ansprechpartner/ Ansprechpartnerinnen oder die Abteilungssekretariate gerichtet werden.

(te)

Was uns statistische Zwillinge über das Wohlbefinden von Schulkindern erzählen

Foto: Ermolaev Alexandr – fotolia

Scheinbar einfache Fragen – und komplexe Antworten. So ist es in der Wissenschaft häufig. Warum? Wir haben Bildungsforscher Dr. Marko Neumann von unserer Abteilung Struktur und Steuerung des Bildungswesens gebeten, uns anhand eines Beispiels zu erklären, wie ein Autorenteam folgende Frage wissenschaftlich beantwortet:

Hat die besuchte Schulform einen Einfluss auf das Wohlbefinden von Schulkindern nach dem Übertritt von der Grundschule?

Neumann: „Wir sind im Rahmen eines Dissertationsprojektes der Frage nachgegangen, ob die besuchte Schulform einen Einfluss auf das Wohlbefinden von Schulkindern hat. Eigentlich eine leicht zu beantwortende Frage, wie man meinen könnte. Aber: Wenn sich Kinder an einer bestimmten Schulform, also zum Beispiel an einem Gymnasium oder einer Gesamtschule, nach dem Übergang mehr oder weniger wohl fühlen – liegt das dann tatsächlich an der Schulform? Oder lassen sich Unterschiede im Wohlbefinden eher durch Merkmale der Kinder selbst erklären? Das wären z.B. ihr Wohlbefinden oder ihre schulischen Leistungen vor dem Übergang oder ihre familiärer Hintergrund. Noch komplexer wird die Sache, wenn man bedenkt, dass es nicht ganz leicht ist festzulegen, was ‚Wohlbefinden‘ eigentlich ist und wie man es ‚messen‘ kann. Entsprechend wichtig ist es, die Frage mit den geeigneten wissenschaftlichen Methoden zu untersuchen und sich kritisch mit den erzielten Erkenntnissen auseinanderzusetzen, um keine voreiligen Schlüsse zu ziehen.

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Eine wissenschaftliche Begleitung „betritt Neuland“

DREI FRAGEN AN Dr. Marko Neumann und Susanne Böse, Forschende am DIPF. Sie gehören unter anderem zu dem Institutsteam, das das Berliner Bonus-Programm wissenschaftlich begleitet. Mit dem Programm will das Land Berlin Schulen in besonders schwieriger sozialer Lage mit zusätzlichen finanziellen Mitteln helfen, ihre Schülerinnen und Schüler besser zu fördern. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des DIPF schauen sich diese Initiative genauer an.

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Marko Neumann und Susanne Böse

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„Eltern sollen die Sprache sprechen, in der sie sich zu Hause fühlen“

Dominique Rauch
Dominique Rauch

DREI FRAGEN AN Dr. Dominique Rauch, wissenschaftliche Mitarbeiterin am DIPF mit dem Forschungsschwerpunkt „Bedingungen und Förderung des schulischen Erfolgs von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund“ über den Diskurs über eine Deutschpflicht zu Hause. Weiterlesen