Qualität in der Ganztagsschule: Wie Wissenschaft und Praxis zusammenarbeiten

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Hausaufgabenbetreuung und Lernzeiten spielen in der Ganztagsschulentwicklung eine wichtige Rolle. Foto: pictworks / Fotolia

Nach dem „PISA-Schock“ im Jahr 2000 rückte der Auf- und Ausbau schulischer Ganztagsangebote in Deutschland in das Blickfeld der Bildungspolitik. Die ergriffenen Maßnahmen werden in der öffentlichen Diskussion immer wieder unter die Lupe genommen und auch die Bildungsforschung befasst sich verschiedentlich mit der pädagogischen Qualität an Ganztagsschulen. Seit 2005 begleitet die Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen (StEG) die Entwicklungen wissenschaftlich. Im Rahmen der Studie werden unter anderem regelmäßig die Schulleitungen von Ganztagsschulen in ganz Deutschland befragt und Untersuchungen zur Qualität, zu den Wirkungen und zu den Fördermöglichkeiten von Ganztagsangeboten durchgeführt. Aktuell befassen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) und der Universität Kassel  im Teilprojekt StEG-Tandem mit der Konzeption und Evaluation von Schulentwicklungsmaßnahmen zur Gestaltung von Lern- und Übungszeiten an Ganztagsschulen. Katrin Heyl und Prof. Dr. Natalie Fischer von der Universität Kassel skizzieren, wie das Projekt dabei hilft, kooperative Strukturen bei der Hausaufgabenbetreuung und in den Lernzeiten einzuführen. Weiterlesen

„Individuelle Förderung – am besten den ganzen Tag lang“

Monika mattes
Dr. Monika Mattes

FRAGEN AN Warum es diese Einsicht in Deutschland schwer hatte, der Westen des Landes über Jahrzehnte international einen Sonderweg gegangen ist und wie diese Entwicklung im Ost-West-Konflikt begründet liegt, erklärt die DIPF-Bildungshistorikerin Dr. Monika Mattes im Interview.

Frage: „Ein Konsortium aus Wissenschaftlern, an dem auch Kolleginnen und Kollegen vom DIPF beteiligt sind, legt dieser Tage neue Ergebnisse der StEG-Studie vor. Sie selbst haben Jahre lang zur Ganztagsschule an einer eigenen Studie geforscht – aus einer historischen Perspektive. Wo steht die Entwicklung, wenn man den historischen Abgleich betrachtet?“

Mattes: „Ich würde aktuell von einer Reformphase sprechen, die mit dem Investitionsprogramm der rot-grünen Regierung 2003 zum Ausbau von Ganztagsschulen begonnen hat – auch in Reaktion auf das schlechte Abschneiden Deutschlands in der ersten PISA-Studie 2000. Das 4 Milliarden-Investitionsprogramm markiert eine Weichenstellung für mehr Ganztagsschulen und eine deutliche Abkehr von der bisherigen westdeutschen Tradition als Halbtagsschulland.“

Frage: „Liegt in dieser Tradition auch die erschwerte Einführung der Ganztagsschule in Deutschland begründet?“

Kramsdorf, Krippenkinder beim Essen
Westdeutsches Schreckensbild: Kinder in einem Hort im Kreis Weimar 1989. Inder DDR war die Kombination aus Halbtagsschule und Schulhort die Regel. Foto: Hirndorf

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