Die PhDIPF-Academy: „Erfahrung sammeln in der Kommunikation von Forschung“

Derzeit arbeiten am Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) rund 40 Nachwuchs­wissenschaftlerinnen und -wissenschaftler an ihrer Promotion. Vom Zweitsprach­erwerb über die Schullandschaft in Berlin bis zum Einfluss des Geschlechts auf den Schulerfolg beschäftigen sie sich dabei in den verschiedenen Abteilungen am DIPF mit den unterschiedlichsten Themen. Unterstützt werden sie während der Entstehung ihrer Doktorarbeit im Rahmen des institutsinternen interdisziplinären Promotionsförderprogramms, dem PhDIPF. Ein Ziel des Programms ist es, Möglichkeiten für abteilungsübergreifende Kooperationen und Austausch unter den Promovierenden am DIPF zu schaffen. Dazu dient besonders die einmal jährlich stattfindende PhDIPF-Academy, auf denen die angehenden Doktorandinnen und Doktoranden ihre Promotionsvorhaben vorstellen. Im Juni 2017 fand die Academy in der sechsten Runde statt. Wir haben Daniel Bengs, Doktorand im Informationszentrum Bildung und ehemaliges Mitglied der Promovierendenvertretung am DIPF, gefragt wie es war.

Herr Bengs, wie läuft so eine Academy in der Regel ab?
Zum einen gibt es von externen Gastrednerinnen und Gastrednern Keynotes zu aktuellen Themen der Bildungsforschung. Wir Promovierenden selbst stellen unsere Promotionsvorhaben in drei unterschiedlichen Formaten vor: bei der Posterpräsentation, mit einem Vortrag in einer Expertengruppe oder mit einem Vortrag im Plenum. Alle Formate sollen während der Promotion durchlaufen werden, in der Regel sind die Promovierenden also bei mindestens drei Academys dabei.

Die Postersession findet immer am ersten Abend statt und bietet vor allem Doktorandinnen und Doktoranden am Anfang ihrer Promotion die Gelegenheit, ihr Promotionsthema vorzustellen und sich mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des DIPF sowie den Keynote-Speakern auszutauschen. Da die Postersession in entspannter Atmosphäre stattfindet, ist sie auch eine gute Gelegenheit, die anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer kennenzulernen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen.

Promovierende, die detailliertere Rückmeldung zu spezifischen Themen oder Projekten benötigen, können das Format der Expertengruppe nutzen. Der oder die Promovierende legt in einem Vortrag das Thema dar und führt gegebenenfalls offene Fragen auf, die dann diskutiert werden können. Gegen Ende der Promotion bietet das Format des Plenarvortrags die Möglichkeit, einen Überblick über die eigene Promotion zu geben. Der Vortrag wird oft als Gelegenheit genutzt, für die Verteidigung der Doktorarbeit zu üben. Die Kunst besteht ähnlich wie bei der Verteidigung nämlich darin, die Arbeit mehrerer Jahre prägnant in 20 Minuten zusammenzufassen und zu kommunizieren. Ich habe mich dieses Jahr darin versuchen dürfen und kann bestätigen, dass das eine durchaus herausfordernde Aufgabe ist.

Postersession,
Vortrag in einer Expertengruppe oder
Plenarvortrag – Promovierende durchlaufen auf der PhDIPF-Academy drei verschiedene Präsentationsformate. Fotos: DIPF

Nimmt die Aufregung denn von Academy zu Academy ab?
Aufregung hat zumindest mich bei allen Formaten begleitet. Oft ist es ja so, dass man eigene Forschungsfragen oder methodische Ansätze zum ersten Mal in größerer Runde zur Diskussion stellt. Da ist man natürlich gespannt, was andere Forscherinnen und Forscher mit oftmals anderen Perspektiven dazu zu sagen haben. Die Rückmeldungen, die ich bekommen habe, waren stets konstruktiv und nützlich – ich habe also sehr gute Erfahrungen mit allen Formaten gemacht. Die Arbeitssprache der Academys ist übrigens Englisch, weil es die Verkehrssprache im Wissenschaftsbetrieb ist – also eine gute Gelegenheit zum Üben.

Welche Themen beschäftigen Sie und die anderen Promovierenden, über die sie sich auf der Academy vielleicht besonders austauschen?
Die Themen des Austauschs betreffen oft die Beiträge der Promovierenden und die Keynotes der externen Rednerinnen und Redner. Daneben wird die Academy aber auch als Gelegenheit zum Kennenlernen und Netzwerken genutzt. Oft bietet sich hier eine Möglichkeit zum Austausch mit anderen Promovierenden, die man sonst selten trifft, zum Beispiel weil sie an anderen Standorten arbeiten.

Was nimmt man in Hinblick auf eine Karriere in der Wissenschaft mit?
Ich würde sagen, das wäre vor allem: Übung und Erfahrung zu sammeln in der Kommunikation von Forschung. Darüber hinaus hilft der Einblick in die diversen Themen, die von anderen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern am DIPF bearbeitet werden, Anknüpfungspunkte für die eigene Forschung zu finden.

Neben dem Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen vom DIPF gibt es stets auch externe Keynotes. Welche waren das in diesem Jahr und konnten Sie für Ihr Promotionsvorhaben von einem bestimmten Vortrag vielleicht besonders profitieren?
In diesem Jahr waren das Prof. Dr. Oliver Wilhelm von der Universität Ulm mit einem Vortrag zu pädagogischen vs. psychologischen Methoden, Dr. Douglas D. Ready von der Columbia University zu den Auswirkungen von Segregation im US-amerikanischen Schulsystem und Prof. Dr. Katharina Maag Merki von der Universität Zürich. Sie hielt ihre Keynote über unterstützende Milieus in Grundschulen innerhalb eines selektiven Bildungssystems. Ich konnte dieses Jahr leider nur stark verkürzt an der Academy teilnehmen und habe die Keynotes verpasst. Für meine Doktorarbeit zu Methoden für adaptive computerbasierte Tests habe ich auf der letzten Academy von der Keynote von Prof. Dr. David Kaplan über Bayessche Statistik sehr profitiert.

Gibt es etwas, das aus Ihrer Sicht die PhDIPF-Academys noch bereichern könnte oder wissen Sie von Ideen anderer Promovierender?
Nun, die Promovierendenvertretung hat dieses Jahr versucht, eine Diskussionsrunde mit Alumni des DIPF zum Thema „Karriereperspektiven innerhalb und außerhalb der Wissenschaft“ auf die Beine zu stellen. Leider hat das letztlich nicht geklappt, ist aber für zukünftige Academys sicherlich eine interessante Option. Insofern sehe ich noch ein gewisses Potential. Insgesamt hat sich die Academy aus meiner Sicht als wichtiger Bestandteil der Promotion am DIPF bestens bewährt – die Organisatorinnen und Organisatoren leisten hier wertvolle Arbeit, von der nicht nur die Gruppe der Promovierenden, sondern letztlich das gesamte Institut profitiert.

Vielen Dank für das Gespräch!

Promovieren am DIPF
Die Möglichkeit zur Promotion kann in allen Abteilungen des DIPF wahrgenommen werden. In der Regel entsteht die Dissertation in enger Anbindung an einen Projektkontext. Doktorandenstellen werden in der Regel öffentlich, sowohl auf der DIPF-Website, als auch in der ZEIT ausgeschrieben.

Interview: Stephanie Pauly

 

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