(Bildungs-)Bericht aus Shanghai

Die Shanghai International Studies University. Foto: DIPF

Die Trends in unserem Bildungssystem beobachten nicht nur deutsche Medien und Bildungsforschende genau. Auch im Reich der Mitte hat man reges Interesse an Bildung in Deutschland. An der Shanghai International Studies University (SISU) gibt es seit 2014 ein Informations- und Forschungszentrum, das Entwicklungen im deutschen Bildungssystem analysiert und für das chinesische Publikum aufbereitet – in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF). Professor Dr.  Hans-Peter Füssel, ehemaliger Stellvertretender Leiter der Abteilung Steuerung und Finanzierung des Bildungswesens (heute Struktur und Steuerung des Bildungswesens) am DIPF, war im Herbst 2017 vor Ort. Wir haben nachgefragt, welche Themen in Shanghai gerade besonders unter die Lupe genommen werden.

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„Rising awareness for the importance of critical reading“

Professor Dominique Lafontaine is an associate and regular visitor to DIPF. Since a sabbatical in 2012, the expert for reading literacy, comparative studies, teaching and learning processes, quantitative methods, development of cognitive and non-cognitive instruments has kept close ties with the institute. During a stay in Frankfurt earlier this year, she talked to dipfblog.com about the cooperation of her research center – the aSPe (Analysis of Systems and Practices in Education) – and the German PISA team at DIPF.

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Dominique Lafontaine is currently president of the Department Education and Training and of the research unit Evaluation and quality in education (EQUALE) at Université de Liège. She has been involved in several large-scale assessment programs, both at a national and international level – among them PISA.

Question: “What is your relation with DIPF? How did you get in contact?”

Lafontaine: “In 2012, I made a sabbatical six months stay at DIPF. I had met Eckhard Klieme a couple of times in PISA and EARLI biannual meetings, and I appreciated a lot his expertise about comparative international studies. During my stay, I was mainly involved in the PISA 2015 contextual questionnaires development, collaborating with Nina Jude, Susanne Kuger, Sonja Bayer and Svenja Vieluf. I was also involved in different activities such as the PHDipf Academy, the DFG research group… It was very fruitful to discover the DIPF – this famous research center, and to notice the amount of permanent resources dedicated to research in education in Germany.  Obviously, I had some goals for my research stay, but the benefits were beyond my expectations. The main and unexpected benefit was reminding me the importance of theoretical foundations. I had been involved in international studies since the early nineties as a national project manager in IEA studies and then in PISA, I was also a member of the PISA reading expert group since the beginning of PISA 2000, so I had a long experience in the development of questionnaires. At DIPF, I learned how paramount it is to be rigorous at the conceptual level, how to articulate constructs and empirical data, and became more aware about methodological issues such as response styles and cross-cultural biases. In addition, before coming at DIPF, I did not know that one of Klieme’s main interests was teaching processes, which is also a subject I teach at the Université de Liège. I also observed how Professor Klieme supervises and supports the researchers and especially the Ph-D students. I was really impressed by his capacity to support the scholars‘ own thinking and development, and I learned from him. After six months, I felt quite a strong sense of belonging to the DIPF, and beyond professional relationships, I have some strong bonds of friendships with several people here. Individual collaborations are still going on (joint communications and papers), and I am still involved in some activities such as the PHDipf-academy. I am an associate partner of the DIPF. In 2014, Professor Klieme was made docteur Honoris causa of University of Liège, so the links are strong and in both directions.”

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Lust auf Argentinien?

Was passiert eigentlich in der Bildungsforschung in Argentinien? Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des 25. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft werden am kommenden Wochenende einen Einblick erhalten – denn das erste Mal in der Geschichte der Tagung gibt es ein Gastland. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem südamerikanischen Staat präsentieren ihre Arbeit in Vorträgen und Workshops.

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Link zum Dossier

Das große Bild – mit welchen Themen sich die Bildungsforschung in Argentinien befasst, welche Institutionen und Organisationen das Feld bestimmen – zeichnet ein Dossier von DIPF-Mitarbeiterin Nadia Cohen mit wichtigen Links und Kontakten, Themen und Trends für Forschende. Die Redakteurin betreut am Informationszentrum Bildung das Portal „Bildung Weltweit“ und erklärt, worauf sie bei der Recherche, Systematisierung und Aufbereitung geachtet hat:

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Welcome at DIPF, David Kaplan!

He is working towards rendering a 200-year old idea serviceable to educational research, became a methodologist almost by accident and is now our guest at DIPF. In an interview with DIPFblog, Professor Ph.D. David Kaplan from the University of Wisconsin-Madison, a specialist in applied statistics for educational research, talks about his life as a Humboldt fellow in Germany, different ways of working, and Bayesian statistics.

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Von Chemnitz bis Chile: Bildungsforschung auf drei Kontinenten

Sandy Taut
Sandy Taut

Was macht eigentlich die Arbeit von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern im internationalen Vergleich aus? Eine gute Ansprechpartnerin für diese Frage ist Professorin Dr. Sandy Taut. Die gebürtige Chemnitzerin studierte zunächst in Köln, wurde dann in den USA in Erziehungswissenschaft promoviert und arbeitet inzwischen seit neun Jahren in Chile, wo sie in der Hauptstadt Santiago Professorin am Zentrum für Bildungsmessung der „Pontificia Universidad Católica de Chile“ ist. Im Rahmen eines längeren Forschungsaufenthaltes in Deutschland war die Bildungsforscherin vor Kurzem zu Gast am DIPF. Im Kurzinterview erzählt sie ein wenig von ihren internationalen Erfahrungen. Weiterlesen

Perspektivwechsel auf Irisch

Dr. Anett Wolgast
Dr. Anett Wolgast

Manchmal wird Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern vorgeworfen, die Anbindung an die Praxis aus den Augen zu verlieren. Wir können hier nicht die gesamte Wissenschaft verteidigen, möchten aber an dieser Stelle exemplarisch unsere Mitarbeiterin Dr. Anett Wolgast vorstellen: Wolgast ist in der Abteilung Bildungsqualität und Evaluation tätig und arbeitet dort aktuell unter anderem am Projekt StEG – Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen mit. Für ein zukünftiges Projekt plant sie eine Grundlage für ein Trainingsprogramm, das Lehramtsstudierenden und Lehrkräften dabei helfen kann, zwischen ihren eigenen Zielen, Werten und Bedürfnissen und denen von Kindern zu unterscheiden. Diese Unterscheidung dient der bedürfnisorientierten Förderung von Kindern. Der Weg dorthin führte sie zu einer Zwischenstation nach Irland. Weiterlesen

Pedagogia auf Kuba: Ein Blick in die Black Box

Sicht auf einen Schulhof in Havanna: Bei der Besichtigung der Schulen wurden die Forschenden von Mitarbeitern des für Bildung zuständigen Ministeriums begleitet. Foto: Dumont
Sicht auf einen Schulhof in Havanna: Bei der Besichtigung der Schulen wurden die Forschenden von Mitarbeitern des für Bildung zuständigen Ministeriums begleitet. Foto: Dumont

Kuba ist ein politischer Sonderfall, und das gilt auch für sein Bildungssystem und die Bildungsforschung. Während internationale Organisationen die Bemühungen im Bildungsbereich anderer Länder mittels Studien wie PISA und TIMSS kontinuierlich evaluieren und vergleichen, bringt Kubas Bildungssystem in aller Stille erstaunliche Erfolge hervor – aber auch Ungleichheit in einem eigentlich auf Gleichheit ausgerichteten System.

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