Entwicklungsverläufe von Kindern verstehen – Bildungsforschung am Frankfurter IDeA-Zentrum

Dr. Ulrike Hartmann
Foto: Andrea Herzog

Dr. Ulrike Hartmann ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Bildungsforschung in der School of Education der Bergischen Universität Wuppertal. Bis 2016 hat sie am DIPF die Koordination des IDeA-Zentrums geleitet. Das Center for Research on Individual Development and Adaptive Education of Children at Risk ist ein interdisziplinäres wissenschaftliches Zentrum zur Erforschung der Lernprozesse von Kindern, deren Bildungserfolg gefährdet ist. Ziel ist es, die Erkenntnisse zu generieren, die zur Verbesserung individueller Lernchancen beitragen können. Nun ist ein Sammelband mit den Ergebnissen ausgewählter Forschungsprojekte aus den ersten sechs Jahren des IDeA-Zentrums im Kohlhammer Verlag erschienen. Im Interview erläutert Mitherausgeberin Hartmann die Zielsetzung von IDeA, gibt einen Vorgeschmack auf die Inhalte des Buches und verrät uns, wie lange es dauert, bis aus den Beiträgen von über 60 Personen ein Sammelband wird.

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“Science communication is successful when we have an impact on society”

Professor Eckhard Klieme, Director of the Department of Educational Quality and Evaluation at DIPF

Educational research has often been criticised as being too theoretical and inaccessible to a non-academic audience. Especially large scale assessments have been accused of reducing learning to achievement and performance rankings, failing to take into account the realities of the classroom. At a plenary debate on the challenges and potentials of science communication organised by the College for Interdisciplinary Educational Research (CIDER) and the Leibniz Education Research Network Alliance (LERN) in Berlin in January 2017, one of the challenges discussed was how educational researchers can ensure educational practitioners benefit from their findings. One of the panellists was Professor Eckhard Klieme, Director of the Department of Educational Quality and Evaluation at DIPF. We met him after the discussion to find out about his view on the collaboration between researchers and practitioners, why he feels it is important that young researchers sometimes think beyond publications and why it is sometimes easier to turn to English in science communication.

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“If you don’t know the answer, don’t pretend you do.” Challenges and potentials in science communication

The panel from left to right: Prof. Martin Heinrich, Dr. Jean-Paul Reeff, Arwen Cross, Prof. C. Katharina Spieß, Prof. Eckhard Klieme

Interdisciplinary cooperation in educational research can present a challenge to young scientists. The fields they come from vary from pedagogy to sociology to psychology, all with their own rules, paradigms and ways of operating. A workshop organised by the College for Interdisciplinary Educational Research (CIDER) and the Leibniz Education Research Network Alliance (LERN) held in Berlin in January 2017 brought researchers with different backgrounds together and offered them the opportunity to present and discuss their current work. The workshop included a plenary debate on the challenges and potentials of science communication, an issue any educational researcher will be confronted with sooner or later in their career. In accordance with the idea of interdisciplinarity, the panellists also came from different backgrounds, ranging from economics to innovation management and international cooperation. We were at the event to hear their stance on the current status of science communication. One thing quickly became clear: The audiences of science communication are as diverse as the scientific approaches underlying educational research.

By Stephanie Pauly

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Erwerbsstruktur in Familien – so verteilen sich die Rollen

Ein weiterer Teil unserer Blog-Serie über die Ergebnisse des aktuellen nationalen Bildungsberichtes steht nun online zur Verfügung. Professorin Dr. Ulrike Rockmann von der Senatsverwaltung für Inneres und Sport Berlin sowie Dr. Holger Leerhoff und Thomas Lehmann vom Amt für Statistik Berlin-Brandenburg skizzieren die Erwerbssituation  in Familien mit Kindern und gehen dabei unter anderem auf den Stand des männlichen Alleinverdienermodells ein:

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In fast der Hälfte der Familien ist der Mann in Vollzeit und die Frau in Teilzeit beschäftigt. Foto: Flairimages – Fotolia

„Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist in den vergangenen Jahren mehr und mehr in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt. Tradierte Rollenverhältnisse wurden hinterfragt, die Möglichkeiten und Notwendigkeiten zur Erwerbstätigkeit neu bewertet. So eröffneten sich im Zuge der zunehmenden Gleichberechtigung und Akzeptanz der frühkindlichen Bildung sowie der erweiterten Angebote vor der Einschulung und später in der Schule Möglichkeiten für die Erwerbstätigkeit beider Elternteile – wenn auch mit deutlichen regionalen Unterschieden. Gleichzeitig ergab sich vielfach aus ökonomischen Zwängen die Notwendigkeit, dass beide Partner Geld verdienen, um den Lebensunterhalt der Familie zu sichern. Im Folgenden soll die aktuelle Situation betrachtet werden.

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Hoffnungsträger Kita & Co

Im neuesten Teil unserer Blog-Serie zu den Ergebnissen des aktuellen nationalen Bildungsberichts werfen mit Prof. Dr. Thomas Rauschenbach, Mariana Grgic und Christiane Meiner-Teubner Forscherinnen und Forscher des Deutschen Jugendinstituts (DJI) einen Blick auf die Lage im frühkindlichen Bildungs- und Betreuungsbereich – auf erfüllte oder enttäuschte Erwartungen, auf genutzte Chancen und weiter bestehende Herausforderungen:

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Die Anzahl der Plätze in frühkindlichen Bildungs- und Betreuungseinrichtungen ist allein von 2013 bis 2015 um 100.000 Stück gestiegen.  Foto: Lucélia Ribeiro

„Gesellschaftliche Reformen sind stets begleitet von Hoffnungen und Sorgen. Das Feld der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung bildet da keine Ausnahme: Der Ausbau der Kindertagesbetreuung im vergangenen Jahrzehnt war immer auch geprägt von einer Mischung aus Zuversicht und Skepsis – bei Verantwortlichen, Betroffenen sowie Beobachterinnen und Beobachtern. So erwarteten manche Beteiligte, dass sich die Vereinbarkeit von Beruf und Familie durch die Schaffung einer ausreichenden Zahl an Plätzen im frühkindlichen Bildungsbereich verbessern sowie – damit verbunden – die Erwerbstätigkeit von Frauen steigen werde. Betont wurde auch immer wieder, dass ein früher Einstieg in die Kindertagesbetreuung die Bildungschancen von Kindern aus benachteiligten Familien erhöhen werde. Demgegenüber warnten Skeptikerinnen und Skeptiker vor einem dramatischen Bedeutungsverlust der Familie für Kinder. Im Folgenden soll deshalb eine kurze Bilanz gezogen werden: Welche in den Ausbau der frühkindlichen Bildungsangebote gesetzten Hoffnungen haben sich erfüllt, welche nicht? Welche Befürchtungen wurden von der Realität bestätigt, welche nicht? Dabei zeichnet der Beitrag vier ausgewählte Entwicklungstendenzen nach.

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Alles aus einer Hand: „Die Frankfurter Lehrerbücherei am DIPF ist eine Brücke zwischen Schulpraxis und Bildungsforschung“

Foto Angelina Gandak
Angelina Gandak

Angelina Gandak ist Bibliothekarin der Frankfurter Lehrerbücherei. Hier im DIPFblog erklärt sie, wem die Bücherei welche Vorteile bietet:

„Neben der Frankfurter Forschungsbibliothek betreibt das DIPF auch die Frankfurter Lehrerbücherei, bei der der unterrichtspraktische Aspekt zum tragen kommt.

Die am DIPF angesiedelte, von der Stadt Frankfurt finanzierte Bibliothek versorgt mit ihren aktuellen unterrichtspraktischen Medien für Studium und Beruf Schulpädagoginnen und -pädagogen während ihrer gesamten Berufslaufbahn – vom Lehramtsstudium, über das Referendariat bis zum Schuldienst – mit fachlichen Informationen.

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Lokale (Micro)Services in der global vernetzten virtuellen Forschungswelt – die Frankfurter Forschungsbibliothek des DIPF

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Simon Rettelbach

Von Dr. Simon Rettelbach
„Nicht weniger als ein neues Wissenschaftsparadigma hat die Wissenschaftstheorie unter dem Schlagwort e-Science für „enhanced Science“ ausgerufen: Der Terminus steht für neue Arbeitstechniken, Werkzeuge und Kommunikationsplattformen in einer digitalen und ubiquitär – also allgegenwärtig – vernetzten Umwelt. Und tatsächlich haben sich Forschung und Wissenschaft unter diesen Voraussetzungen grundlegend verändert. Neue (und nicht mehr ganz so neue) Webtechnologien erleichtern die Kommunikation und Kollaboration der Forscherinnen und Forscher dramatisch. Sehen sich diese zudem noch der Bewegung der Open Science verpflichtet, bieten ihnen Webplattformen Möglichkeiten, auch ein breites Publikum außerhalb des Elfenbeinturms der Wissenschaft an ihren Erkenntnisgewinnen partizipieren zu lassen.

Welche Rolle aber spielt die Frankfurter Forschungsbibliothek als Instituts- und pädagogische Spezialbibliothek des DIPF in einer Welt, in der jede Publikation weltweit nur einen Klick entfernt ist, der Forschungsprozess zunehmend virtualisiert und Forschungsergebnisse tagesaktuell in die Welt gebloggt werden?

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Neue Vielfalt im deutschen Hochschulsystem?

In wenigen Wochen erscheint eine neue Ausgabe des Magazins DIPF informiert, die sich den Befunden des aktuellen nationalen Bildungsberichts widmet: In zahlreichen Beiträgen geben die Autorinnen und Autoren des Berichts gemeinsam mit weiteren Expertinnen und Experten einen kompakten Überblick über Trends, Herausforderungen und Perspektiven in den einzelnen Bildungsbereichen. Einen ersten Beitrag von Prof. Dr. Andrä Wolter von der Humboldt-Universität zu Berlin und dem Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) sowie Dr. Christian Kerst, ebenfalls vom DZHW, können Sie bereits jetzt in unserem Blog lesen:

Lecture at university.
Studierende im Hörsaal: In den vergangenen Jahren ist die Beteiligung an akademischer Bildung nicht nur weltweit, sondern gerade auch in Deutschland stark angestiegen. Foto: kasto – Fotolia

„Im internationalen Vergleich galt das deutsche Hochschulwesen lange als Beispiel für ein recht homogenes System. Dies war zum einen darauf zurückzuführen, dass Deutschland im Kreis der OECD-Länder zwar eine seit den 1960er Jahren kontinuierlich wachsende, international betrachtet aber weit unterdurchschnittliche Studierquote aufwies. Zum anderen wurden institutionelle Unterschiede innerhalb der beiden Sektoren des deutschen Hochschulsystems – Fachhochschulen und Universitäten – als relativ gering und eher informell angesehen, und die Zahl privater Einrichtungen war äußerst klein. In den vergangenen Jahren ist aber die Beteiligung an akademischer Bildung nicht nur weltweit, sondern gerade auch in Deutschland stark angestiegen. Die Frage ist, ob mit dieser Expansion auch ein Wandel in der Struktur des Hochschulsystems und der Zusammensetzung der Studierenden verbunden ist, der sich als Diversifizierung oder Heterogenisierung beschreiben lässt. Dieser Frage geht der folgende Beitrag sowohl für die Seite des Angebots (Hochschulen und Studiengänge), als auch für die Nachfrageseite (Teilnehmerinnen und Teilnehmer) nach.

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„Rising awareness for the importance of critical reading“

Professor Dominique Lafontaine is an associate and regular visitor to DIPF. Since a sabbatical in 2012, the expert for reading literacy, comparative studies, teaching and learning processes, quantitative methods, development of cognitive and non-cognitive instruments has kept close ties with the institute. During a stay in Frankfurt earlier this year, she talked to dipfblog.com about the cooperation of her research center – the aSPe (Analysis of Systems and Practices in Education) – and the German PISA team at DIPF.

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Dominique Lafontaine is currently president of the Department Education and Training and of the research unit Evaluation and quality in education (EQUALE) at Université de Liège. She has been involved in several large-scale assessment programs, both at a national and international level – among them PISA.

Question: “What is your relation with DIPF? How did you get in contact?”

Lafontaine: “In 2012, I made a sabbatical six months stay at DIPF. I had met Eckhard Klieme a couple of times in PISA and EARLI biannual meetings, and I appreciated a lot his expertise about comparative international studies. During my stay, I was mainly involved in the PISA 2015 contextual questionnaires development, collaborating with Nina Jude, Susanne Kuger, Sonja Bayer and Svenja Vieluf. I was also involved in different activities such as the PHDipf Academy, the DFG research group… It was very fruitful to discover the DIPF – this famous research center, and to notice the amount of permanent resources dedicated to research in education in Germany.  Obviously, I had some goals for my research stay, but the benefits were beyond my expectations. The main and unexpected benefit was reminding me the importance of theoretical foundations. I had been involved in international studies since the early nineties as a national project manager in IEA studies and then in PISA, I was also a member of the PISA reading expert group since the beginning of PISA 2000, so I had a long experience in the development of questionnaires. At DIPF, I learned how paramount it is to be rigorous at the conceptual level, how to articulate constructs and empirical data, and became more aware about methodological issues such as response styles and cross-cultural biases. In addition, before coming at DIPF, I did not know that one of Klieme’s main interests was teaching processes, which is also a subject I teach at the Université de Liège. I also observed how Professor Klieme supervises and supports the researchers and especially the Ph-D students. I was really impressed by his capacity to support the scholars‘ own thinking and development, and I learned from him. After six months, I felt quite a strong sense of belonging to the DIPF, and beyond professional relationships, I have some strong bonds of friendships with several people here. Individual collaborations are still going on (joint communications and papers), and I am still involved in some activities such as the PHDipf-academy. I am an associate partner of the DIPF. In 2014, Professor Klieme was made docteur Honoris causa of University of Liège, so the links are strong and in both directions.”

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So entsteht die Bestandsaufnahme des deutschen Bildungswesens

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Dr. Stefan Kühne ist wissenschaftlicher Koordinator der nationalen Bildungsberichterstattung.

Im Juni erscheint die aktuelle Ausgabe des alle zwei Jahre veröffentlichten nationalen Bildungsberichts. Welche Arbeit in dem Werk steckt und wer alles daran beteiligt ist, darüber berichtet hier DIPF-Mitarbeiter Dr. Stefan Kühne, der wissenschaftliche Koordinator der nationalen Bildungsberichterstattung.

Zum Hintergrund: Der Bericht liefert regelmäßig eine fundierte Bestandsaufnahme des gesamten Bildungswesens mit all seinen Bereichen – von der Kita bis zur Weiterbildung. Zusätzlich beleuchtet der von der Kultusministerkonferenz und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Bericht jedes Mal einen wechselnden Schwerpunkt. 2014 war das die Bildung von Menschen mit Behinderungen und in der neuen Ausgabe geht es im Schwerpunktkapitel um das Thema „Bildung und Migration“. Insgesamt erstrecken sich die Texte, Grafiken und Tabellen, die sich auf aktuelle und repräsentative Daten der amtlichen Statistik oder aus großen Erhebungen der empirischen Bildungs- und Sozialforschung beziehen, auf mehr als 300 Seiten. Stefan Kühne erläutert das Zustandekommen:

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