„Internationale Kontakte knüpfen“

Praetorius_Blogfoto
Dr. Anna-Katharina Praetorius an ihrem neuen Arbeitsplatz im DIPF.

In der Abteilung Bildungsqualität und Evaluation gibt es ein neues Gesicht: Seit Kurzem ist Dr. Anna-Katharina Praetorius Habilitandin am DIPF. Sie hat Pädagogik, Grundschulpädagogik und Psychologie an der Universität Erlangen-Nürnberg studiert, war anschließend Promotionsstipendiatin an der Universität Koblenz-Landau im DGF-Graduiertenkolleg „Unterrichtsprozesse“ und später Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Psychologie der Universität Augsburg.

„Das DIPF ist ein interessanter und vielfältiger Arbeitsort. Man erhält hier als Wissenschaftler(in) viele Gelegenheiten, in Bezug auf das eigene Forschungsfeld immer wieder etwas dazuzulernen sowie andere interessante Arbeitsfelder kennenzulernen. Darüber hinaus gibt es viele Möglichkeiten, internationale Kontakte zu knüpfen“, fasst sie ihre ersten Erfahrungen am neuen Arbeitsplatz zusammen. Noch vor ihrem offiziellen Start am neuen Arbeitsplatz war die neue Kollegin mit ihren zukünftigen Teamkolleginnen und -kollegen, Professor Eckhard Klieme, Dr. Jasmin Decristan und Dr. Kathrin Rakoczy, bei einem Workshop in zum Thema „Classroom Quality“ (Unterrichtsqualität) in Enschede (Niederlande). Für einen ihrer zentralen Forschungsbereiche, die Messung von Unterrichtsqualität durch Ratings, konnte sie neben vielen anderen Erkenntnissen und Eindrücken „eine kleine Mini-Evidenz“ mitnehmen: „Bei einem Vortrag von Professor Heather Hill von der Harvard Graduate School of Education wurden die Workshop-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer in Ländergruppen eingeteilt und sollten eine kurze Videosequenz des Unterrichts einer amerikanischen Lehrerin bewerten. Dazu bekamen wir eine Beurteilungsaufgabe aus dem von Heather Hill entwickelten Inventar Mathematical Quality of Instruction (MQI) zum Thema ‚Richness of the Mathematics‘. Es war aufschlussreich zu sehen, dass die Beurteilung innerhalb der Ländergruppen vergleichsweise homogen war, während die Meinungen über die gesehene Sequenz zwischen den Wissenschaftlern aus unterschiedlichen Ländern deutlich auseinander gingen. Auffällig war insbesondere, dass die Lehrerin als solche von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sehr unterschiedlich wahrgenommen wurde: Die Amerikaner haben die Lehrerin als recht freundlich empfunden, wohingegen die deutsche und die niederländische Gruppe die Lehrperson als ziemlich unfreundlich wahrgenommen hatte. Auch wenn diese Situation natürlich noch nichts darüber aussagt, wie Unterrichtsbeurteilungen über Ländergrenzen hinweg im Allgemeinen funktionieren, zeigt sie doch, dass kulturspezifische Wahrnehmungen bei der Einschätzung von Unterricht eine bedeutsame Rolle spielen können – eine große Herausforderung für die internationale Unterrichtsforschung, die das Ganze aber auch spannend macht!“

Praetorius (vierte v.l. ) mit den Kolleginnen Dr. Kathrin Rakoczy (erste v.l.), Dr. Jasmin Decristan (dritte v.l.), Professor Eckhard Klieme (siebter v.l.) und anderen Tagungsbesucherinnen und -besuchern aus aller Welt.
Praetorius (vierte v.l. ) mit den Kolleginnen Dr. Kathrin Rakoczy (erste v.l.), Dr. Jasmin Decristan (dritte v.l.), Professor Eckhard Klieme (siebter v.l.) und anderen Tagungsbesucherinnen und -besuchern aus aller Welt.

Am DIPF wird Praetorius in Zukunft an der OECD-Videostudie TALIS beteiligt sein, bei der Unterricht einzelner Länder, darunter die USA und Japan, auf Video aufgezeichnet wird. Die Sequenzen werden von sogenannten Ratern (Beobachtern) beurteilt und zu im Längsschnitt erfassten Schülerleistungen in Beziehung gesetzt, um Wirksamkeitsaussagen in Bezug auf den beobachteten Unterricht treffen zu können, die man allein aufgrund von Querschnittsstudien wie beispielsweise der PISA-Studie so nicht treffen kann.

Praetorius, Anna-Katharina (2014). Messung von Unterrichtsqualität durch Ratings. Münster: Waxmann. (te)

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